Oh, wie voll ist Panama
📝 概要
全球约 90% 的货物由集装箱船运输,而航运业贡献了近 3% 的全球碳排放。文章以巴拿马运河因干旱缺水被迫减少通航为切入点,探讨航运业如何在 2050 年前实现碳中和——从绿色甲醇到船舶减速,再到运河扩建与水资源争夺。
📖 原文节选 Textauszüge
Die Sonne knallt. Einige der Besucherinnen und Besucher haben sich auf die überdachten Tribünenstufen gelegt, sie warten. Dann nähert sich endlich ein Containerschiff, Gedränge am Geländer, gezückte Handys. Geführt von kleinen Loks, die an Land nebenherfahren, schleicht der Frachter vorbei. An den Miraflores-Schleusen – der berühmtesten Sehenswürdigkeit Panamas – kann man zuschauen, wie die riesigen Schiffe langsam angehoben und durch den Kanal geschoben werden. Es ist ein Schauspiel der Ingenieurskunst, das jedes Jahr Hunderttausende Touristen anzieht. Doch hinter der Faszination verbirgt sich eine Infrastruktur unter Druck: Der Kanal, eine der wichtigsten Abkürzungen für den weltweiten Schiffsverkehr, kämpft mit den Folgen des Klimawandels.
烈日当头。一些游客躺在有顶篷的看台台阶上等待着。终于,一艘集装箱船缓缓驶近,栏杆旁一阵拥挤,手机纷纷举起。在岸上并行的小型机车牵引下,货轮缓缓滑过。在米拉弗洛雷斯船闸——巴拿马最著名的景点——人们可以观看巨型船只如何被缓缓抬升、推过运河。这是一场工程奇观,每年吸引数十万游客。然而在这份迷人背后,隐藏着一个承压的基础设施:这条全球航运最重要的捷径之一,正与气候变化的后果抗争。
💡 开头段落极具画面感:knallt(暴晒)、Gedränge(拥挤)、schleichen(缓慢移动)。
Über das Wetter sagt Marshall nichts. Dabei war der Panamakanal deshalb vergangenes Jahr in den Schlagzeilen. Wegen der anhaltenden Trockenheit fehlte dem Kanal Wasser – in einem der regenreichsten Länder der Welt. Die Kanalbehörde musste die Anzahl der Durchfahrten fast halbieren: Im Januar durften statt 40 nur noch 22 Schiffe am Tag den Kanal passieren. Für die globalen Lieferketten war das ein Schock, denn etwa sechs Prozent des Welthandels laufen durch diese schmale Wasserstraße. Containerschiffe mussten wochenlang auf eine Durchfahrt warten oder den langen Umweg um Südamerika nehmen, was nicht nur Zeit und Geld kostet, sondern auch deutlich mehr Treibstoff verbraucht. Die Ironie ist offensichtlich: Der Klimawandel, zu dem die Schifffahrt selbst beiträgt, bedroht genau die Infrastruktur, auf die sie angewiesen ist.
关于天气,Marshall 什么也没说。而巴拿马运河去年正是因为天气登上了新闻头条。由于持续干旱,运河缺水——在世界上降雨最多的国家之一。运河管理局不得不将通航量几乎减半:一月份每天只允许 22 艘船通过,而不是原来的 40 艘。对全球供应链来说这是一个冲击,因为约百分之六的世界贸易经由这条狭窄的水道。集装箱船不得不等上数周才能通过,或者绕道南美洲,这不仅耗费时间和金钱,还消耗更多的燃料。讽刺显而易见:航运业自身参与造成的气候变化,正在威胁它所依赖的基础设施。
💡 halbieren(减半)和 die Schlagzeilen(头条新闻)的实际语境。
„Es ist ein Henne-Ei-Problem", sagt Burkhard Lemper, Professor an der Hochschule Bremen. Die Reedereien würden in neue Schiffe investieren, wenn ausreichend grünes Methanol da ist. Das wiederum wird nur dann in großen Mengen produziert, wenn es sicher genügend Abnehmer gibt. „Die Seeschifffahrt wird ihre Klimaziele unter anderem deshalb voraussichtlich nicht erreichen", sagt Lemper. Containerschiffe fahren derzeit überwiegend mit Schweröl, einem der schmutzigsten Treibstoffe überhaupt. Die Branche ist für fast drei Prozent der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich – mehr als ganz Deutschland ausstößt. Hapag-Lloyd, die fünftgrößte Containerreederei der Welt, hat sich zwar verpflichtet, ihre Flotte bis 2045 emissionsfrei zu betreiben, und lässt fünf Schiffe auf Methanolantrieb umrüsten. Doch bei einer Flotte von über 250 Schiffen ist das nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
「这是一个鸡生蛋蛋生鸡的问题,」不来梅高等学校教授 Burkhard Lemper 说。船运公司会投资新船,前提是有足够的绿色甲醇。而甲醇只有在确保有足够的买家时才会大量生产。「航运业预计也因此无法实现其气候目标,」Lemper 说。集装箱船目前主要使用重油——最肮脏的燃料之一。该行业贡献了近百分之三的全球碳排放——比整个德国的排放量还多。全球第五大集装箱航运公司赫伯罗特虽然承诺到 2045 年实现船队零排放运营,并正在改装五艘船使用甲醇驱动。但在超过 250 艘船的船队中,这不过是杯水车薪。
💡 Henne-Ei-Problem 的德语表达,以及 ein Tropfen auf den heißen Stein(杯水车薪)。
原文授权:CC-BY-NC-ND-4.0-DE · 来源:fluter.de (bpb)
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Die Sonne knallt. Einige der Besucherinnen und Besucher haben sich auf die überdachten Tribünenstufen gelegt, sie warten. Dann nähert sich endlich ein Containerschiff, Gedränge am Geländer, gezückte Handys. Geführt von kleinen Loks, die an Land nebenherfahren, schleicht der Frachter vorbei.
„Bevor ein Schiff durch den Kanal fahren darf, muss es bezahlt und einen ‚Panama-Piloten' an Bord haben, der die Durchfahrt leitet", erklärt Dazell Marshall. Seit mehr als 20 Jahren führt er Gruppen an den Miraflores-Schleusen, einer von drei Schleusenanlagen hier am Panamakanal. Der verbindet den Atlantik mit dem Pazifik und ist neben dem Suezkanal eine der wichtigsten Abkürzungen für den weltweiten Schiffsverkehr.
Über das Wetter sagt Marshall nichts. Dabei war der Panamakanal deshalb vergangenes Jahr in den Schlagzeilen. Wegen der anhaltenden Trockenheit fehlte dem Kanal Wasser – in einem der regenreichsten Länder der Welt. Die Kanalbehörde musste die Anzahl der Durchfahrten fast halbieren: Im Januar durften statt 40 nur noch 22 Schiffe am Tag den Kanal passieren.
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In der Seeschifffahrt diskutieren sie seit Jahren verstärkt über die Herausforderungen des Klimawandels. Und darüber, wie sie ihren Anteil von fast drei Prozent der globalen CO₂-Emissionen reduzieren können. Vergangenes Jahr hat sich die Internationale Seeschifffahrts-Organisation der Vereinten Nationen (IMO) ein Ziel gesetzt: Bis 2050 soll der Seeverkehr klimaneutral sein.
„Wir befinden uns in einer Phase, in der wir viel ausprobieren müssen", sagt Nils Haupt. Er ist Pressesprecher von Hapag-Lloyd, der fünftgrößten Containerreederei der Welt. In der Zentrale an der Hamburger Binnenalster prangt im Eingangsbereich das Motto „Mein Feld ist die Welt".
Diese Welt ist abhängig von der Containerschifffahrt. Sie transportiert Rohöl, Getreide, Abfälle, Smartphones, Sneaker und Autos; insgesamt rund 90 Prozent aller globalen Güter.
Wasserstoff könnte ein Baustein der Lösung sein. Nur brauchen das längst nicht nur Containerschiffe
Hapag-Lloyd hat sich vor drei Jahren selbst verpflichtet, ihre Schiffe schon bis 2045 emissionsfrei über die Meere zu schicken. „Wir setzen auf verschiedene Treibstoffe", sagt Haupt. Containerschiffe fahren derzeit überwiegend mit Schweröl oder Marinediesel, einige mit LNG. Das flüssige Erdgas ist emissionsärmer, aber alle drei sind fossile Kraftstoffe, bei deren Einsatz viel CO₂ ausgestoßen wird. Die Lösung könnte grünes Methanol sein, ein künstlich hergestelltes Gemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Allerdings brauchen nicht nur die Reedereien Wasserstoff. Ganze Volkswirtschaften, darunter Deutschland, wollen mittelfristig Wasserstoffwirtschaften werden. Und es gibt noch einen Haken: Um klimaneutral zu sein, muss das Methanol mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt werden. Auch von denen gibt es bisher nicht genug.
„Es ist ein Henne-Ei-Problem", sagt Burkhard Lemper, Professor an der Hochschule Bremen und Geschäftsführer des Bremer Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik. Die Reedereien würden in neue Schiffe investieren, wenn ausreichend grünes Methanol da ist. Das wiederum wird nur dann in großen Mengen produziert, wenn es sicher genügend Abnehmer gibt. „Die Seeschifffahrt wird ihre Klimaziele unter anderem deshalb voraussichtlich nicht erreichen", sagt Lemper.
Die Reedereien wollen vor allem Sicherheit: Sie können ein Containerschiff 20 bis 25 Jahre einsetzen. Zuletzt hat Hapag-Lloyd 22 Schweröl- und LNG-Schiffe bestellt, fünf Schiffe lassen sie auf Methanolantrieb umrüsten. „Wir können nicht alle drei Jahre einen neuen Motor einbauen, nur weil es einen neuen Treibstoff gibt", sagt Nils Haupt. Was sie können und auch machen: die Schiffe so umbauen, dass sie langsamer fahren und so weniger Treibstoff benötigen.
„Wenn man den Energieverbrauch pro Frachttonne heranzieht, ist die Schifffahrt heute schon das nachhaltigste Verkehrsmittel", sagt Burkhard Lemper. Zwar stoßen Schwerölschiffe besonders viele Luftschadstoffe wie Schwefel- und Stickoxide aus. Sie verursachen aber im Vergleich zu einem Lkw relativ wenig CO₂. „Außerdem werden Containerschiffe immer größer", sagt Lemper. „Das reduziert den Kraftstoffverbrauch pro Container und Seemeile weiter."
Die aktuell größten Frachtschiffe fassen rund 24.500 Container. Lädt man die alle auf die Schiene, ergäbe das einen 147 Kilometer langen Güterzug
Am Panamakanal haben sie auf diese Entwicklung reagiert, der Kanal wurde ausgebaut: Seit 2016 können auch Frachter mit rund 17.000 Containern passieren. Gerade wird die nächste Erweiterung diskutiert, nachdem der Oberste Gerichtshof Panamas ein Gesetz von 2006 gekippt hat, das den Bau zusätzlicher Wasserreservoirs verbot.
Für den Panamakanal ist Wasser so wichtig, weil er im Gegensatz zum Suezkanal nicht auf Höhe des Meeresspiegels verläuft. Dazell Marshall vergleicht den Kanal mit einem Oberkörper. „Die eine Schulter ist der Atlantik, die andere der Pazifik. Und der Kopf ist die Hügelkette, die zwischen beiden Meeren liegt." Schleusen heben die Containerschiffe auf der Atlantikseite auf eine Höhe von 26 Metern über dem Meeresspiegel. Von dort aus durchqueren sie den aufgestauten Gatúnsee, um auf der pazifischen Seite durch zwei Schleusenanlagen zurück auf Meereshöhe zu gelangen. Für jedes Schiff fließen fast 200 Millionen Liter Wasser aus dem Kanal ins Meer. Wasser, das nicht nur der Kanal braucht: „55 Prozent der Bevölkerung Panamas nutzen das Wasser des Gatúnsees als Trinkwasser", sagt Marshall.
Manche Experten sehen nicht die Trockenheit als größtes Problem für den Kanal, sondern klimawandelbedingte Stürme, die den Kanal fluten könnten. 2010 musste der den Betrieb für Stunden komplett einstellen, es hatte 72 Stunden am Stück geregnet. „Gigantische Wassermassen", sagt Marshall. „Wir konnten sie nicht kontrollieren."
Etwa sechs Prozent des Welthandels werden über den Panamakanal abgewickelt, zwölf Prozent über den Suezkanal. Wenn die Wasserstraßen nicht befahrbar sind, müssen die Schiffe auf andere Routen ausweichen. Wie im Suezkanal: Wegen Angriffen der Huthi-Rebellen lassen die Reedereien ihre Containerschiffe seit einem Jahr einmal um Afrika herumfahren. Heißt: längere Routen, mehr Organisationsaufwand, mehr Treibstoff, mehr Emissionen. Nachhaltig ist das nicht. Profitabel schon: „Die Reedereien können Preise durchsetzen, von denen sie Ende 2023 noch nicht mal geträumt haben", sagt Burkhard Lemper.
An den Miraflores-Schleusen sind inzwischen deutlich weniger Besucherinnen und Besucher. Dazell Marshall rückt seinen Hut zurecht, deutet in den Himmel. Die Sonne ist verschwunden, Marshall lächelt. „Bald wird es regnen."
原文授权:CC-BY-NC-ND-4.0-DE · 来源:fluter.de (bpb)
🔑 词汇
📐 语法
"Die Reedereien würden in neue Schiffe investieren, wenn ausreichend grünes Methanol da ist."
würden + Infinitiv 表示与现实相反的假设或意愿。
🇩🇪 文化背景
✏️ 练习建议
- 用德语描述巴拿马运河面临的两个主要挑战。
- 讨论:航运业的'鸡生蛋蛋生鸡'困境有什么可能的解决方案?
- 写 5 句话比较集装箱船与卡车的环境影响。
- 用文中 5 个词汇造句,描述你对全球贸易的看法。